Naturfreunde und Gewerkschafter diskutieren über die Flüchtlingsthematik

der politische Spätschoppen


Am 19. November diskutierten 20 Naturfreunde und Gewerkschafter im Naturfreundehaus mit dem sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten Michael Höntsch über die Flüchtlingsthematik im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Politischer Spätschoppen", die gemeinsam von den barsinghäuser Naturfreunden und dem DGB-Ortsverband veranstaltet wird. Nach der Begrüßung unseres Gastes stellte Wlfried Gaum drei Thesen vor: erstens, dass die jetzige Fluchtbewegung ein Resultat jahrzehntelangen westlichen und auch europäischen Politikversagens ist und daher so schnell nicht wieder zum Stillstand kommen werde, zweitens dass die Zivilgesellschaft im Unterschied zu Anfang der 90er Jahre bei den Flüchtlingen aus Jugoslawien vorbildlich reagiert habe und drittens man von einem veritablen Versagen des Bundes sprechen könne, auf die Bewegung angemessen zu reagieren und sich daher in der aktuellen Debatte um Mauern, Zäunen und Abwehr von diesem Versagen abgelenkt werde. Michael Höntsch berichtete aus den Diskussionen des  Landtages und in der SPD-Fraktion und korrigierte einige falsche Vorstellungen, so zum beispiel die, dass ein Großteil der Flüchtlinge "Wirtschaftsflüchtlinge" aus dem Westbalkan seien. Ihm sei es auch unerfindlich, wie man vom Kosovo von einem sicheren Drittstaat sprechen könne, wenn dort zum Beispiel Bundeswehr stationiert worden sei. Er bestätigte auch, dass der Bund zögerlich und nicht sachgerecht agiere, wenn nicht für eine ordentliche Registrierung der Flüchtlinge gesorgt werde. In Niedersachsen werde versucht, durch die Bündelung von Verwaltungskräften zur Bewältigung der enormen Herausforderungen beizutragen. In der sich anschliessenden lebhaften Diskussion bestand Einigkeit, dass Deutschland große Einwanderung nicht fremd seien und die Gesellschaft auch diese aus Not, Flucht und Verfolgung resultierende Wanderungsbewegung leisten werde. Angst und Abwehr, wie sie von 'Pegida' und der AfD organisiert werde, würden in keiner Weise zu einem konstruktiven Umgang mit dieser Herausforderung beitragen und müssten politisch offensiv bearbeitet werden. Aber schon jetzt müssten Konzepte entwickelt werden, wie  die kulturellen und sozialen Problematiken angegeangen werden könnten.Die nächsten 'Politischen Spätschoppen' finden Mitte Januar 2016 zu Thomas Piktettys Buch "Das Kapital im 21. Jahrhundert" und Mitte März zu dem Thema 'Gewaltfrei gegen den Islamischen Staat?' statt.